Pflegeformen für Pflegekinder

Die unterschiedlichen Pflegeformen, um ein Pflegekind aufzunehmen

Zur Aufnahme von Pflegekindern wird in zwei unterschiedliche Pflegeformen unterschieden:

Kurzzeitpflege

Die Eltern sind kurzfristig nicht in der Lage, ihr Kind zu versorgen. Die Aufnahme des Kindes ist auf maximal 3 Monate befristet. Hier besteht kein Erziehungsnotstand, sondern ein Versorgungsnotstand, weil die Mutter/der Vater z. B. im Krankenhaus oder zur Kur sind. Sobald Mutter/Vater wieder zuhause sind, geht das Kind in die Familie zurück.

Bereitschaftspflege

Der Aufenthalt des Kindes ist auch hier zeitlich begrenzt. Die Perspektive ist jedoch nicht klar. Entweder geht das Kind zur Herkunftsfamilie zurück oder es wird in eine Voll- zeitpflegefamilie, manchmal auch in ein Heim, vermittelt.

Häufig sind die Kinder in einer Bereitschaftspflegefamilie „in Ob- hut“ genommen worden, weil es eine akute Krisensituation oder gar eine Kindeswohlgefährdung in der Herkunftsfamilie gab und nun erst einmal die ganze Situation abgeklärt werden muss.

Zeitlich befristete Unterbringung

Damit ist der Aufenthalt des Kin- des in einer Pflegefamilie mit der klaren Perspektive der Rückkehr des Kindes gemeint. Die Her- kunftsfamilie ist für eine gewisse Zeit nicht in der Lage, das Kind weiter selbst zu erziehen und möchte es aber in absehbarer Zeit wieder selbst betreuen. Darüber hinaus ist die Beziehung zwischen dem Kind und seinen Eltern so, dass eine Zukunftsperspektive besteht und die Eltern auch weiter die Hauptbezugspersonen für das Kind bleiben wollen und sollen. Die Pflegeeltern müssen in dieser Pflegeform eng mit den Herkunftseltern zusammen arbeiten.

Zeitlich unbefristete Unterbringung

Die zeitlich unbefristete Vollzeitpflege ist eine auf Dauer angelegte Lebensform. Sie bietet den Minderjährigen die Möglichkeit, in einem anderen familiären Bezugsfeld positive und dauerhafte Beziehungen einzugehen. Sie setzt voraus, dass die Rückkehr in die Herkunftsfamilie nicht realisiert werden kann. Wir sprechen hier von der Beheimatung des Kindes in seine Pflegefamilie. Der Kontakt zur Herkunftsfamilie bleibt erhalten, soweit es dem Wohl des Kindes entspricht.

Sonderpädagogische Vollzeitpflege/Sonderpflege

Sonderpflegestellen sind Pflegefamilien, bei denen Kinder mit beson- deren Bedürfnissen leben. Diese Pflegeeltern haben eine entsprechende pädagogische Ausbildung und verfügen über langjährige Erziehungserfahrung. Hier werden behinderte, stark entwicklungsbeeinträchtigte oder ältere Kinder untergebracht. Diese Kinder haben einen erhöhten Erziehungsbedarf.

Sonderpflegestellen werden in ihrer Arbeit intensiver beraten und unterstützt, sie erhalten auch höhere finanzielle Leistungen.

Zur Werkzeugleiste springen